Kanada führte 1991 im Rahmen einer umfassenden Steuerreform auf Bundesebene seine Waren- und Dienstleistungssteuer ein. Obwohl Kanada keine traditionelle Mehrwertsteuer nach europäischem Vorbild erhebt, fungiert seine Waren- und Dienstleistungssteuer — und die in bestimmten Provinzen verwendete harmonisierte Umsatzsteuer — als wertschöpfende Verbrauchssteuer und wird in der Praxis oft als mehrwertsteuerähnlich beschrieben.
Das kanadische System der Waren- und Dienstleistungssteuer/harmonisierten Umsatzsteuer wird hauptsächlich durch den Excise Tax Act geregelt und von der kanadischen Steuerbehörde, der Canada Revenue Agency, (CRA) verwaltet. Die CRA ist verantwortlich für die Herausgabe administrativer Leitlinien, die Verwaltung von Registrierungen und Einreichungen im Rahmen der Waren- und Dienstleistungssteuer/harmonisierten Umsatzsteuer sowie die Durchsetzung der Einhaltung der bundesstaatlichen indirekten Steuervorschriften. In den teilnehmenden Provinzen verwaltet die CRA auch die provinzielle Komponente der harmonisierten Umsatzsteuer.
Unternehmen, die in Kanada steuerpflichtige Tätigkeiten ausüben, ob ansässig oder nicht ansässig, sind müssen die Pflichten im Rahmen der Waren- und Dienstleistungssteuer/harmonisierten Umsatzsteuer erfüllen. Diese Pflichten umfassen beispielsweise die Registrierung für die Waren- und Dienstleistungssteuer/harmonisierte Umsatzsteuer bei Bedarf, die Erhebung des korrekten Steuersatzes (Waren- und Dienstleistungssteuer, harmonisierte Umsatzsteuer oder anwendbare Provinzsteuer), die Ausstellung steuerkonformer Rechnungen, die Führung angemessener Aufzeichnungen und die Einreichung regelmäßiger Erklärungen zur Waren- und Dienstleistungssteuer/harmonisierten Umsatzsteuer.